BAUMSTAMMWERFEN MIT DEM WHISKYPAPA


Von Antje Rickmeier
Hude. Baumstämme in verschiedenen Längen liegen schon bereit, und Findlinge in unterschiedlichen Größen gibt es im Garten reichlich. Viel mehr Material benötigt Ralf Galke nicht, um einen sportlichen Wettkampf nach schottischer Art zu organisieren.
Bei den Celtic Days in Hude sollen sich die Besucher im Baumstammwerfen und Steinstoßen versuchen - Disziplinen, die bei den traditionellen "Highland Games" in Schottland nicht fehlen dürfen.

„Früher waren die Wettkämpfe ein Ritual, mit dem sich die Stammesführer die stärksten Männer für ihre Leibgarde ausgesucht haben”, erzählt Galke. Bei „Tossing the Caber” geht es beispielsweise darum, einen mehr als fünf Meter langen Baumstamm so zu werfen, dass er sich einmal überschlägt und auf einem gedachten Zifferblatt möglichst nah an zwölf Uhr zum Liegen kommt. „In Schottland nimmt man dafür meist ausgediente Telefonmasten”, sagt Galke. Doch der Huder will es den Besuchern des Familienfests zum Abschluss der Celtic Days am Sonntag, 3. April, etwas leichter machen. Er habe Baumstämme in verschiedenen Längen besorgt, berichtet Galke. Und für das Steinstoßen, das als „Putting the Stone" bekannt ist, stehen Steine mit unterschiedlichem Gewicht zur Auswahl. Denn anders als in Schottland, wo sich muskelbepackte Profis in den Disziplinen messen, soll bei den „Highland Games„ in Hude jeder mitmachen können - auch Frauen. Um den Stärksten oder die Stärkste zu ermitteln, plant Galke außerdem einen Wettbewerb, bei dem es darum geht, ein Gewicht in die Höhe zu schleudern. Auch ein Parcours für Kinder ist vorgesehen. Sie werfen allerdings nicht mit Baumstämmen, sondern mit Gummistiefeln. Zu gewinnen sind Spezialitäten aus Schottland, zum Beispiel Bonbons oder eine Dose des schottischen Nationalgetränks „Irn-Bru", ein Soft-Drink mit knalloranger Farbe, dessen Inhaltsstoffe streng geheim gehalten werden. Eigentlich ist Ralf Galke Fachmann für ein anderes Nationalgetränk der Schotten, den Whisky. Seit 2007 betreiben er und seine Frau Tanja in ihrem Haus an der Straße Hinterm Reiherholz den Folk- und Whiskyladen „Dalriada”. In der sechs Quadratmeter großen Whiskythek bietet Galke zahlreiche Single-Malt-Whiskys aus schottischen Destillerien an. Außerdem lädt er zu Probierabenden ein. Dabei gibt es aber nicht nur Hochprozentiges, sondern auch Musik und Geschichten aus Schottland. Denn der Verkauf des Whiskys steht für den 40-Jährigen, der als Fluglotse am Bremer Flughafen arbeitet, nicht im Vordergrund. „Ich möchte den Leuten eher das Handwerk vermitteln, das dahinter steckt.„ Der Whisky werde aus Wasser, Gerste und Hefe sehr aufwendig hergestellt. Der Geschmack der verschiedenen Single-Malt-Whiskys variiert von Region zu Region: Die Whiskys von den Inseln seien salzig, kräftig und torfig, die aus den Lowlands dagegen eher blumig-mild, nennt Galke Beispiele. Als „Whisky-Papa” ist der Huder inzwischen in der Szene bekannt. Dass er zum Kenner in Sachen Scotch geworden ist, kam durch eine Schnapsidee im wahrsten Sinn des Wortes. „Ich wollte mal einen Whisky für 100 Euro trinken”, erzählt er. Da er nicht alleine so viel Geld für eine Flasche Whisky ausgeben wollte, suchte er Freunde und Kollegen als Mitstreiter für den Kauf und die Verkostung des edlen Tropfens. Daraus entstand ein Whisky-Club, der sich alle drei Monate trifft. Für die Familien-Sommerfeste des Clubs organisierte Ralf Galke schon häufiger ”Highland Games”. Baumstammwerfen mit Schottland-Atmosphäre kam bei den Gästen gut an. „Die Leute kamen verkleidet”, erzählt er. „Einer hatte sich eine karierte Wolldecke als Kilt umgehängt.”

Auswanderung im Blick
Galkes Begeisterung für Schottland geht so weit, dass er jetzt das Dudelsackspielen lernt. Außerdem verbringt er fast jeden Urlaub dort. Mit einer Schottland-Rundreise, die auf mehrere Irland-Besuche folgte, fing es an. Ralf und Tanja Galke waren von der abwechslungsreichen Landschaft und der Herzlichkeit der Schotten restlos begeistert. ”Von da an hat es uns nicht mehr losgelassen.” Besonders die Äußeren Hebriden mit ihrer Einsamkeit und den Stränden haben es den Hudern angetan. Galke, der vor einigen Wochen zum dritten Mal Vater geworden ist, könnte sich sogar vorstellen, mit seiner Familie ganz nach Schottland zu ziehen. Spätestens mit 55 Jahren, wenn er in Rente geht, will er Deutschland den Rücken kehren. „Ich könnte mir sofort vorstellen überzusiedeln.” Zum Glück gibt es auch in Hude ein kleines Stück Schottland. Bei den Celtic Days dreht sich von Mittwoch, 30. März, bis Sonntag, 3. April, in Hude wieder alles um die Musik und Kultur aus den keltischen Teilen Großbritanniens. Außer Vorträgen und Konzerten werden zahlreiche Workshops angeboten. Nähere Informationen gibt es im Internet unter www.celtic-days.de.

Artikel aus dem Weser Kurier vom 10.3.2011

Keltische Kraftprobe in Hude

Ralf Galke veranstaltet Highland Games ... Baumstämme und Findlinge im Einsatz bei den Celtic Days in Hude
von Ascan Dieffenbach

Hude
Es gibt viele kuriose Sportarten. Doch fliegende Baumstämme und Findlinge sind selten auf Deutschlands Sportplätzen zu sehen. Die Disziplinen sind fester Bestandteil der Highland Games. Die Huder Celtic Days werden in diesem Jahr genau das nach Norddeutschland holen.

Große Leidenschaft Der Organisator der Highland Games heißt Ralf Galke. Woher seine Leidenschaft für Sportarten der anderen Art kommt, ist nicht schwierig zu ergründen. Aufgewachsen ist er in Jever, schon als 17-Jähriger war er Junioren-Meister des Klootschießer-Verbands Niedersachsen im Boßeln. Doch das ist nur ein Teil der Erklärung. Denn tatsächlich gehört seine ganze Leidenschaft Schottland. Er und seine Frau Tanja sind Inhaber der Huder Whiskythek Dalriada und sie verbringen so viel Zeit wie möglich in Schottland. Ralf Galke kennt dort jede Whisky-Destille und hat viele Bekannte in dem inselreichen Land. Er spielt irische Flöte und lernt sogar derzeit, den Dudelsack zu beherrschen. In diesem Jahr holt er seine große Leidenschaft nach Hude. Am Familientag der Celtic Day (Sonntag, 3. April) wird er von 14 bis 17 Uhr hinter dem Kulturhof Highland Games veranstalten. Besucher dürfen rund vier Meter lange Baumstämme werfen, Findlinge stoßen und weitere kuriose Spiele ausprobieren. Dabei ist es ihm wichtig, die Veranstaltung alltagstauglich zu gestalten. Jeder soll mitmachen können, sagt er. Es sind also keine schwergewichtigen schottischen Profis dabei. Wir bieten einen kleinen Einblick in die Tradition der Highland Games, sagt Ralf Galke. Dass er auch anders kann, hat der Huder Fluglotse schon häufiger bewiesen. 2005 hat er die Spiele zum ersten Mal ausgetragen ... allerdings noch in kleiner Runde. Es war idyllisch und familiär, sagt er. Doch irgendwie wurde die Veranstaltung immer größer. Nachdem im Jahr 2008 rund 300 Gäste gekommen waren, setzte er einen Schlussstrich. Zu viel Verantwortung, sagt Ralf Galke. Schottische Gewinne In diesem Jahr geht es aber wieder los: Während seine privaten Spiele eher für Gruppen waren, sprechen er, seine Frau und ihre Freunde vom Huder Whisky-Club McQuaich dieses Mal Einzelkämpfer an. Sie können für einen geringen Betrag eine Wettkampfkarte kaufen, die Ergebnisse der Einzeldisziplinen eintragen lassen und am Ende etwas gewinnen. Es geht von kleinen Whisky-Flaschen bis hin zu schottischem Essen, so Galke. Begleitet wird das Treiben von echter schottischer Dudelsackmusik und natürlich besonderen Angeboten aus Galkes Whiskythek.

Whiskythek wurde bei der Wahl zum besten Shop Deutschlands nomiert !


Mit großer Freude erhielten wir die Auszeichung durch den Whisky Botschafter mitgeteilt. Verrückt für einen solch kleinen Laden oder ?
Wir freuen uns, dass in der Begründung unserer Philosophie, Auswahl und Fachkompetenz hervorgehoben wurden.

Whiskythek auf den 1. Zw'ahner Whiskydays


Man nehme :
5 Whiskyfreunde, 5 waschechte Schotten und 5 Whiskyhändler mit Liebe zum Produkt, die ohne auf den Umsatz zu schielen Menschen begeistern können, und man erhält die richtige Mischung für ein grandioses Whisky Event.

Vielen Dank dass ich als Händler und Referent dabei sein durfte.

Ganzer Artikel
 

Der Profi verdünnt auf 28 Prozent


Ruller Haus veranstaltet Whisky-Tasting

So viel tiefes Männergelächter hört man sonst nur bei der Herrensitzung:

Beim Whisky ist es wie mit dem Kennenlernen einer Frau: Es beginnt mit der Optik. Das Publikum grölt, der Witzemacher lächelt verschmitzt ... der Leiter der Whisky-Probe, Ralf Galke, führt neben seinem Job als Fluglotse einen Whiskyladen in Hude bei Oldenburg und teilt seine Begeisterung für Schottland und dessen Nationalgetränk regelmäßig mit Gästen.
Im Ruller Haus spricht er heute vor 16 Herren und drei Damen.
Whisky heiße so viel wie Wasser des Lebens, und die Schotten hätten irgendwann auf das e im Whiskey verzichtet, um sich von irischem Fusel abzugrenzen. Danach folgen noch ganz viele Dreizehnhunderts und Fünfzehnhundertsoundsos, Steuergesetze, Lords, Dukes und so weiter. Galke versprüht eine enorme Begeisterung,.... ein junger Tropfen, höchstens zehn Jahre alt, und mit seinem vanillig-fruchtigen Aroma .... "Eigentlich ein Mädchenwhisky, was für den Sommer", sagt Ralf Galke. Das Damengetränk stammt von der Isle of Arran, und auch die nächsten vier Whiskys sind allesamt auf einer der zahlreichen südwestlich von Schottland gelegenen Inseln produziert worden. Anders als bei einer Weinprobe, darauf besteht Ralf Galke ausdrücklich, sollen die Gäste vor lauter Atmen, Riechen, Einsaugen und Ausspucken das Trinken nicht vergessen. Sein Whisky-Knigge lautet: ein kurzer Blick auf die Farbe, ein wenig Schütteln und Beobachten, in den Mund nehmen, kurz durch den Mund laufen lassen, dann schlucken. Die überraschendste Empfehlung für den Laien ist die, den Whisky mit Wasser zu strecken. "Profi-Verkoster verdünnen den Whisky auf bis zu 28 Prozent", erklärte Galke. Das setze Aromaketten frei und erlaube erst, das Getränk unter der dominierenden Schärfe des Alkohols richtig zu schmecken. Den Abschluss der Runde bildet der zweimal zum besten Whisky der Welt gewählte "Highland Park" von der Insel Orkney. Das ganz besondere Geschmackserlebnis stellt sich durch die Meersalzschokolade ein, die man auf Anweisung von Ralf Galke vor dem Whiskygenuss auf der Zunge zergehen lassen solle. Nach fünf Whiskys von fünf Inseln ist die Herrensitzung vorüber. Die zufrieden-beduselten Gäste haben viel gelernt, und der teilnehmende Beobachter kann Ralf Galke nur zustimmen, der zu Beginn der Veranstaltung gesagt hatte:
"Fünf Whiskys hintereinander sind bei einem Tasting vollkommen ausreichend. Mehr muss wirklich nicht sein."
Auszug aus dem Artikel der NOZ vom 14.11.2011

Ralf Galke dozierte für den Berufsverband der Restaurant- und Hotelfachkräfte (VSR)


Vor kurzem fand die 5. Bümmersteder Malt Whisky Night des
VSR Weser Ems Verbands (www.vsr-weser-ems.de) im Bümmersteder Krug statt.

Die Themen des diesjährigen Abends waren "Irish Whiskey" sowie "Silent Stills" vorgetragen vom Malt Ambassador Ralf Galke aus der Whiskythek Hude, Jens Oeltjendiers vom VSR und "Whisky Mike" aus Oldenburg.

Nach einem sehr informativen Abend mit Einblicken in die irische Whiskeygeschichte, der Kunst der Verköstigung sowie der Herstellung von Single Malt Whisky endete der Abend für die 35 Teilnehmer erst weit nach Mitternacht mit großer Vorfreude auf die 6. Malt Whisky Night im Jahre 2011 !


Die Teilnehmer der Bümmersteder Malt Whisky Night mit Ihren Zertifikaten.

Von Genießern und „Süßmäulern“


Ralf Galke lädt zur Verkostung von Whisky und Schokolade

IN GEMÜTLICHER RUNDE PROBIERTEN DIE WORKSHOP- TEILNEHMER FÜNF SORTEN. SO DIE „OFFIZIELLE“ ANGABE.

VON SANDRA SPIEKER

HUDE - Wer den ehemaligen Schweinestall der Familie Galke betritt, fühlt sich gleich wie zu Hause. Dass liegt nicht zuletzt an der freundschaftlichen Atmosphäre, die Ralf Galke versprüht. Ein vanilleartiger Duft liegt in der Luft, an den Wänden erinnern Bilder aus Schottland und Irland an vergnügte Urlaube, originelle Mitbringsel zieren Tische und Regale. Nicht zu vergessen: die zahlreichen Flaschen mit Hochprozentigem in den Schränken, die jedes Genießerherz höher schlagen lassen. Mit einem freundlichen „Hallo, ich bin der Ralf“, empfängt der Experte seine zwölf Gäste, und so mutet der Tastingabend bei Ralf und Ehefrau Tanja Galke auch eher an wie ein Abend unter Freunden. „Whisky und Schokolade“, heißt das eher ungewöhnliche Thema im Rahmen der „Celtic Days“ und hat in einer sonst von Männern dominierten Runde auch eine Frau in den gemütlichen Raum hinter der kleinen Whiskythek „Dalriada“ (Hinterm Reiherholz 13) gelockt. „Entweder ihr seit Genießer oder Süßmäuler“, so Galke. Sechs Gläser stehen parat, aber einfach so loslegen ist nicht, wie Ralf Galke seinen Gästen gleich erklärt.

"Erdkunde“ vorweg
Erst einmal gibt es „Erdkunde-Unterricht“: Was sich trocken anhört, nimmt die Whiskyfreunde mit auf eine „Reise“ zu den Hebrideninseln Schottlands. Von Arran nach Jury, über Mull und Skye nach Orkney. Dabei „begegnen“ ihnen die Ureinwohner Schottlands, die Skoten und die Pikten, oder Robert the Bruce, der bedeutende Herrscher Schottlands.

Und dann geht es ans „Eingemachte“: den ersten Whisky. „Einen Whisky kennen zu lernen ist wie eine Frau kennen zu lernen“, klärt Galke auf. Erst einmal werde das Objekt der Begierde angeschaut. Schon allein die Farbe könne viel verraten, über das Alter oder aus welchem Fass der Tropfen stammt. Gestartet wird mit einem hellen im Bourbonfass gereiften Malt aus der Arran Distillery, dem „Robert Burns“. Dazu wird weiße Schokolade mit einer Vanille-Note gereicht.
Doch bevor die Gäste den ersten Schluck nehmen dürfen, muss der sich hart verdient werden: Ansehen, schwenken, riechen („Nosing“) und dann erst kommt ein vorsichtiger Schluck, den man sich laut Galke zehn Sekunden im Mund entfalten lassen sollte. Wer will, kann auch mit Wasser verdünnen. Keinesfalls ein Fauxpas, sondern oft üblich.

Festgehalten werden die Sinneserfahrungen auf Galkes berühmter Liste: Die Optik (Farbe und Körper), der Geruch (Nasengefühl, Aromen, Intensität) und schließlich der Geschmack (Mundgefühl, Primärgeschmack). Detaillierte Aromen wie Torf, Holz, Wein oder Schwefel werden auf einer weiteren Liste notiert. Damit ermuntert Galke seine Gäste keine Angst vor Fachbegriffen zu haben: „Im Grunde ist Whisky destilliertes Bier.“

„Duft“ wie Aceton
Sie erfahren, dass ein guter Whisky auch trüb sein oder nach Aceton riechen darf. Erst vor dem zweiten Schluck lassen sich die Tester die Schokolade im Mund zergehen und nehmen dazu einen Schluck des fruchtigen Tropfens aus Arran: „Köstlich“, so das einhellige Urteil der Teilnehmer. „Slainte!“ (deutsch: Prost!) heißt es noch viele Male im Laufe des Abends, ob mit dem „Tobermory“ und Honig-Schokolade, für die „Torf-Nasen“ (Galke) gibt es den „Jura Superstition“ mit einem Drittel getorftem Malz, gepaart mit Rosa-Pfeffer-Zartbitter, den „Talisker“ zusammen mit Meersalz-Schokolade oder den Highland Park – ebenfalls mit Pfeffer-Nascherei. Ganz wichtig beim Whisky-Tasting: die gemütliche Atmosphäre. „Deshalb bin ich auch nie auf Messen zu finden, zu unpersönlich“, so Galke. Seine Besucher zeigen sich begeistert und sitzen noch weit über die geplanten zweieinhalb Stunden zusammen. Gut, dass Familie Galke in ihrem Haus auch ein paar Pensionszimmer vermietet..

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Wo sich Schottlands Geschmack geschmeidig um die Zunge legt !

Ehepaar Galke betreibt den wohl kleinsten Whiskyladen Deutschlands

Tanja und Ralf Galke sind Liebhaber der keltischen Kultur. Bei den Huder Celtic Days im März sind sie auch mit im Boot.

Hinterm Reiherholz 13 lautet die Adresse eines ungewöhnlichen Projektes. Dort trifft sich auch der Club McQuaich.

Von Marco Julius

Hude. Um ins Land der Kelten zu kommen, muss man nur die Straße Hinterm Reiherholz hochfahren, bis auf der linken Seite ein Schild auf die Whiskythek Dalriada hinweist. Tanja und Ralf Galke haben sich hier einen kleinen Traum erfüllt. Die beiden kennen und lieben die irische und schottische Kultur und haben kurzerhand ihre Leidenschaft zum Nebenerwerb gemacht. Auf rund zwölf Quadratmetern bieten sie in einer urig umgebauten Werkstatt das „Wasser des Lebens“, den Whisky, an.
Wer den Raum betritt, taucht direkt ab in die Welt der Highlands, der schroffen Küsten und der tiefen Seen. Der kleine Laden öffnet donnerstags von 18 bis 20 Uhr seine Türen. „Aber wer einen Termin vereinbart, ist auch zu jeder anderen Zeit willkommen“, sagt Ralf Galke, der als Fluglotse in Bremen sein Geld verdient.
Die Liebe zur keltischen Kultur ist bei dem Ehepaar durchs Reisen entstanden. „Uns hat die Landschaft begeistert, dann kam die Folkmusik dazu, schließlich der Whisky.“ Ein- bis zweimal im Jahr sind die beiden in Irland oder Schottland, bereisen die entlegensten Winkel. Durch die Reisen sind viele Kontakte entstanden, auch zu Destillerien. 2003 hat der 38-jährige Ralf, der mit seinem roten Bart glatt als Ire oder Schotte durchginge, den noch immer aktiven Whiskyclub „McQuaich“ gegründet. „Die Idee war ganz einfach: Gleichgesinnte schmießen etwas Geld zusammen, so dass man sich auch einmal einen teureren Whisky leisten kann.“ Aus der Idee entstand irgendwann ein Internetverkauf und anschließend der kleine Laden. Und es entstand die Idee, das Wissen um das besondere Getränk und die Kultur der Kelten bei sogenannten „Whisky Tastings“ zu vermitteln.
„Wir veranstalten gemütliche Abende, an denen ich Whisky zum Probieren ausschenke und in die Welt des Whiskys einführe.“ Wer Galke dabei erlebt, spürt seine Begeisterung. Da ist die Rede vom Geschmack Schottlands, der sich geschmeidig um die Zunge legt, vom zuweilen öligen Getränk, dass süßlich bis kräftig torfig schmecken kann. Angereichert wird die Lehrstunde mit Anekdoten, Mythen und Legenden, Filmen und Fotos, die jeden schnell in den Bann ziehen. Man spürt schon beim Zuhören den erdigen Geschmack. Galke sagt, Whisky sei nur ein Getränk. Aber mit jedem Wort wird klarer: das ist nahezu britisches Understatement. Was der Kenner meint, zeigt sich an den Abenden: „Whisky ist nichts Elitäres. Bei uns geht es gemütlich zu.“
Wer es auf einen Rausch anlegt, ist bei Galke übrigens grundfalsch. „Es geht um den Genuss, viel wird nicht getrunken.“ Lang werden die Abende meistens trotzdem. Mittlerweile tragen die Galkes ihre Leidenschaft auch nach draußen. Die Whisky-Abende werden auch außerhalb der Whiskythek angeboten.

Quelle : Delmenhorster Kreisblatt vom 25.1.2009

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DALRIADA WAR AUF DEM LICHTERFEST IN HUDE

... Als wahrer Segen für kalte Füße entpuppte sich der „Toddy’s“, ein Spezial-Grog von „Whiskythek“-Inhaber Ralf Galke, den er vor der Buchhandlung ausschenkte. „Richtig lecker“, so das Urteil seiner Kunden....

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WHISKYTHEK IST KEINE SCHNAPSIDEE

Ralf & Tanja Galke betreiben Deutschlands wohl kleinsten Whiskyladen mit viel Herzblut. Dabei kennen Sie sich nicht nur mit Whisky aus, sondern auch mit keltischen Legenden und Traditionen.
 
JEDER WHISKY SCHMECKT ANDERS. DER VIELFALT SPÜRT RALF GALKE IN DEM VON IHM GEGRÜNDETEN WHISKY-CLUB „MCQUAICH“ NACH.

VON STEPHAN ONNEN

HUDE - „Ceud mìle fàilte“ – zu deutsch „100 000 mal willkommen“ steht auf der hölzernen Eingangstür zur Huder „Whiskythek“. Schon dieser Begrüßungsspruch entführt den Gast gedanklich auf die rauen Hebrideninseln vor der schottischen Nordwestküste und in die „Highlands“ – dort, wo „Gälisch“ gesprochen wird, ist die Heimat der meisten Whiskysorten, die Ralf Galke in seinem Haus am Reiherholz auf zwölf Quadratmetern in Deutschlands wohl kleinstem Whiskyladen vorrätig hält.
 
Sanfte irische Folkklänge strömen aus den Lautsprecherboxen. Der 37-Jährige füllt goldfarbenen Branntwein in ein so genanntes „Nosingglas“. Das dünnwandige Glas hält das Aroma besonders gut. Dann der erste Schluck. Es treibt einem buchstäblich die Tränen in die Augen, die Flüssigkeit im Mund explodiert schier, die Zunge fühlt sich taub an. Im Gaumen entfaltet sich eine Mischung aus Torf, Rauch und Würze mit einer delikaten Süße. Dieser auf der Insel Islay abgefüllte Whisky macht seinem Namen alle Ehre: „Smokehead“ steht auf dem Etikett der Flasche. „Ein wirklich kräftiger Whisky, nichts für Feiglinge“, lächelt Ralf Galke. Der Geschmack von viel Rauch und einem Hauch von Frucht hallt lange nach.

Whisky ist wie eine Wundertüte: „Trotz gleicher Zutaten schmeckt jeder Whisky anders“, sagt Ralf Galke. Das Fass mache zu 80 Prozent den Geschmack aus. Ein gleicher Whisky könne aus dem selben Destillationsjahr, ein Jahr länger gereift, einen anderen Geschmack aufweisen. „Und genau das macht die Sache so interessant.“ Jedes Fass ist prall gefüllt mit Aromen und Assoziationen von Landschaft, Legenden und Traditionen.

Ralf Galke erschließt sich beim Probieren mehr als nur die Charakteristika des Whiskys. Moore mit Torfstich, saftige Wiesen, würzig-salzige Meeresluft, steile Klippen – vor seinem inneren Auge ziehen Szenen schottischer und irischer Landschaften auf, die sich im Glas zu spiegeln scheinen. „Da tut es gut zu wissen, woher der Whisky kommt.“ Galke kann das, was sein Sortiment betrifft, mit Gewissheit sagen. Er arbeitet mit dem von Maggie und Bill Miller gegründeten Scotch Single Malt Circle zusammen und erhält so exklusive Abfüllungen von unabhängigen Destillerien. Die Huder Whiskythek hat ebenso Produkte von Schottlands ältestem Abfüller („Cadenheads“) wie die Malt-Kollektion des Getränkekonzerns Diageo mit 13 Klassikern aus den großen Regionen im Programm. Auch preisgekrönte Abfüllungen des Amerikaners John Glaser, der schottische Whiskys zu eigenen Kreationen verschneidet, und „Exoten“ wie die schwedische Whisky-Marke „Mackmyra“ steht in den Regalen. Neben den guten Tropfen sorgen auch historische Biere, schottische und irische Musikinstrumente sowie Schmuck für keltisches Flair.

Der Geschmacksvielfalt spürt der Kenner zusammen mit Gleichgesinnten im von ihm 2003 gegründeten Whisky-Club „McQuaich“ nach. Regelmäßig treffen sich die zwölf Mitglieder im rustikal gemütlichen Ambiente der Whiskythek, um zu Hause bei Ralf Galke guten Malt zu genießen.

Ralf Galke ist von Beruf Fluglotse. Seit 2001 wohnt er mit seiner Frau Tanja und den Kindern Cedric (9) und Vincent (6) am Reiherholz. Mit viel Herzblut haben sie eine alte Tischlerei umgebaut – zum 300 Quadratmeter großen Haus gehört auch eine Ferienwohnung, die Tanja Galke bewirtschaftet, und eben der Whiskyladen, den Galke als „Spaßobjekt“ bezeichnet. Reich macht ihn sein Hobby nicht, im Gegenteil: „Das Thema ist für mich so emotional. Wenn ich einmal ins Erzählen komme und mich gedanklich wieder in Schottland sehe, können aus einem Beratungsgespräch schnell eineinhalb Stunden werden.“


Bedenken Sie !

Whisky ist ein alkoholisches Getränk.
Trinken Sie Qualität in geringen Mengen - unkontrollierter Alkoholkonsum beeinträchtigt Ihre Gesundheit !
Geniessen Sie bewußt !!

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