Destilliertes Bier ...
die Geschichte des Whiskys ist auch die Geschichte des Bieres und der Destillation - werfen wir also einen kurzen Blick in die Vergangenheit - ausführliches Wissen vermittle ich Ihnen gerne bei einem unserer Tastings:**********************
Bereits im berühmten Gilgamesch Epos
(welches
zurückdatiert auf das Jahr 2000 v.Chr. und
zur Weltliteratur gehört) wird rund um den sagenhaften
König, der 1/3 Mensch und 2/3 Gott war, bereits das Bier
erwähnt .
In einer Geschichte des Epos lernt Enkidu, ein noch sehr
tierähnlicher Urmensch, was den Menschen ausmacht.
"Iss nun das Brot, o Endiku, denn
das gehört zum Leben, trink auch vom Bier, wie es des Landes
Brauch !"
Nach weiteren sieben Bechern war Endiku, so das Gilgamesch-Epos,
"einem Menschenwesen gleich". - heute denkt man da wohl eher
andersherum......
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Man nannte es die "Destillation durch Absteigen": Das Destillat hat hier einen höheren Siedepunkt als Wasser, welches bei Erhitzung verdunstet. Das Destillat tropft aus dem seitlich gelagerten Destillationsgefäß in einen darunter gestellten Topf - daher bedeutet "destillieren" ursprünglich auch "tröpfeln".
Zum Ausbrennen von alkoholischen Destillaten mußte man sich allerdings der "Destillation durch Aufsteigen" bedienen - hierzu wurde über die nächsten vielen hundert Jahren des notwendige Werkzeug entwickelt.
Griechische und römische Wissenschaftler waren fortan vor allem am Phänomen der Verdampfung interessiert.
Aristoteles schrieb um 400 v. Chr. :
„Wie Meerwasser durch Destillation trinkbar gemacht werden
kann“Er bemerkte auch das von „starken Getränken“ Betrunkene immer auf den Hinterkopf, von Wein berauschte dagegen vornüber fallen .....
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400 nach Chr. brachte St. Patrick, der erste Missionar in Irland (ca. 391-461), die Technik des Destillieren aus dem Mittelmeerraum als Mönch mit nach Irland.

Seit jeher streiten sich Schotten und Iren darüber, wer den ersten Whisky hergestellt hat.
Übrigens : er wurde unter dem Namen Maewyn Succat 415 n. Chr. im heutigen Wales geboren.
Als Sohn römisch-britischer Eltern ist er also ebenfalls Brite gewesen.
Plündernde Iren verschleppten ihn im Jahre 405 im Alter von 16 Jahren als Sklaven nach Irland. Dort fand er der Geschichte nach Trost im Christentum.
Heute ist er der Schutzpatron der Iren, und weltweit wird der Paddys Day am 17. März gefeiert.
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Wir machen nun einen Sprung von über 1000 Jahren !
1494 wurde Aquavite zum ersten Mal urkundlich in den schottischen Steuerunterlagen erwähnt, als der Benediktiner-Mönch John Cor aus dem Kloster Lindores in der damaligen schottischen Hauptstadt Dunfermline acht Bollen Malz einkauft.
"Et per liberacionem factam fratri
Johanni Cor per preceptum compotorum, ut asserit, demandato domini
Regis ad faciendum aquavite infra hoc computum, viij bolle
brasii."[dt.: Und durch Zahlung zugunsten Bruder Johannes Cors auf Anweisung des Steuer- prüfers, wie er versichert, auf Anordnung des Königs (James IV.), um Lebenswasser innerhalb dieser Bemessungsfrist herzustellen aus 8 BollenMalz.]
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Um 1505 war Whisky Medizin und nur Chirurgen und Bader (Ärzte der kleinen Leute) zugänglich gemacht, u.a. auch um Leichenteile haltbarer zu machen.
Bereits zur Mitte des Jahrhunderts wurden jedoch schon reichlich Verstöße gegen dieses Monopol verzeichnet.
Die medizinischen Qualitäten des Uisge Beatha erwähnte erstmals der Chronist Holinshed im Jahre 1564: ich zitiere :
"In Maßen genossen,
vertreibt er den Schnupfen, klärt den Geist und beflügelt
die Sinne, heilt Wassersucht, löst Nierensteine, beseitigt
Harngrieß und lässt Verdauungsstörungen verpuffen,
bewahrt und schützt die Augen vorm Brennen, die Zunge vorm
Lispeln, die Zähne vorm Klappern, die Kehle vorm Kratzen, die
Luftröhre vor Verhärtung, den Magen vor Krämpfen,
das Herz vor Schwellung, den Bauch vor Blähung, die Därme
vorm Rumpeln, die Hände vorm Zittern, die Sehnen vor
Schrumpfung, die Venen vor Verkalkung, die Knochen vor Schmerzen,
das Mark vor Schwund.Wahrlich, er ist ein königlicher Schnaps, wenn er maßvoll getrunken wird.“
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1707 wurde mit dem Act of Union (dt. Vereinigungsgesetz) die
Gesetzliche Grundlage für die Vereinigung Englands und Schottlands zum Königreich Großbritannien geschaffen.
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= 
Neben einigen Vorteilen (Schuldenerlaß, einheitliche Maße und Gewichte etc.) aber auch Nachteile für Whiskybrenner - die englische Malzsteuer wurde eingeführt !
Die legalen Brennereien sahen sich aufgrund der Malzsteuer genötigt, den Anteil ungemälzter Gerste zu erhöhen. Dies hatte zur Folge, dass nur der schwarzgebrannte „Malt“ Whisky als echter schottischer Whisky betrachtet wurde und die Destillerien auf ihren Produkten sitzen blieben.
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1784 kam der Wash Act und damit der Beginn der kontinuierlichen Steuererhöhungen.
Wash ist die Würze, die bei der Vergärung von Malz entsteht und dann destilliert wird – und nun neben dem Malz ebenso besteuert.
1786 wurde die Steuer erneut erhöht und darüber hinaus noch eine Steuer für die Ausfuhr nach England erhoben, was zu einem schwunghaften Anstieg des Schmuggels führte.
1793 führte der Krieg mit Frankreich zur Verdreifachung des Steuersatzes zugunsten der Armee.
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1823 Der Art of Excise – oder die GEBURT DES ERFOLGES
Die Regierung unter Georg IV gab ihren Kampf gegen Schwarzbrenner auf. Es wurde vereinbart lediglich eine Zulassungsgebühr von 10 Pfund je Brennblase mit über 40 Gallonen Fassungsvermögen zu erheben und eine geringe Abgabe von 3 Pence je Gallone Alkohol.
Im August 1822 bereits
besuchte Georg IV. Schottland.[Der letzte Besuch eines britischen Monarchen war fast 200 Jahre her]
Ich zitiere aus einer Biographie Geroge IV:
In diesen „zwanzig und einen verrückten Tagen“ fanden aufwändige Festivitäten statt. Bei mehreren Gelegenheiten trug der König einen Kilt und machte so dieses traditionelle Gewand der Highlands derart populär, dass es zur nationalen Tracht von ganz Schottland wurde, (also auch in den eher englisch geprägten Lowlands).
Georg verstand sich äußerlich gefällig zu geben, war aber extrem eitel und ließ sich nur allzu gern den ersten Gentleman Europas nennen. Er soll einer der liederlichsten Männer seiner Zeit gewesen sein - ein Trinker, Spieler, Wüstling und Frauenheld ohne jedes Schamgefühl. Er galt vielen Zeitgenossen nur als „Trunkenbold und Thronschänder“. Es wurde berichtet, er habe jeder Frau, die er getroffen hatte, eine Haarlocke abgeschnitten und diese in einen Briefumschlag gelegt, der mit ihrem Namen beschriftet war. Zum Zeitpunkt seines Todes soll es angeblich über 7000 solche Briefumschläge gegeben haben. Bei seinem Tod schrieb die Times: „...nie ist ein Mann weniger von seinen Mitmenschen betrauert worden...“.
Einer der ersten legalen Distillerien wurde direkt nach
dem Art of Excise von George Smith 1823 eröffnet –
GLENLIVETDurch das neue Recht verschwanden innerhalb von zehn Jahren die illegalen Brennereien fast vollständig. 50 Jahre später sollten von den geschätzten 14.000 illegalen Betrieben nur noch 6 übrigbleiben - der Beginn des Erfolges des legalen Scotch Whisky Marktes.
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Mit Beginn der Industrialisierung erfand ein Mensch namens Robert Stein 1826 ein neues Verfahren zur kontinuierlichen Destillation - die sogenannte Patent Still.
In diesem auch Continuous Still genannten Apparat
lässt sich kontinuierlich ungemälztes Getreide brennen.
Der große Vorteil liegt auf der Hand. Die Patent Still
lässt sich rund um die Uhr betreiben, ohne daß man sie,
wie die Pot Stills beim Single Malt Whisky, zwischen den Chargen
reinigen muß. 6 Jahre später verfeinerte der Ire Aeneas Coffey diesen Brennapparat.
Coffey, seinerseits Ire, ging nach Schottland um seinen Getreidewhisky mit den torfigen Highland-Whiskies zu verschneiden, was das Getränk dann insgesamt milder machte - die Idee des Blends entstand
1856 kam der erste Blended Whisky also ein „Verschnitt“
aus reinem Malt-Whisky und dem "Coffey-Destillat" auf den Markt -
Usher’s Green1863 vernichtete Phylloxera Vastatrix - die Reblaus - fast alle französischen Weinstöcke. Wein, Cognac und Brandy wurden knapp und sehr teuer – das Festland entdeckte den Whisky !
Übrigens : Wir sind nun in der Zeit der großen technischen Erfindungen wie
z. Bsp. 1867 das Telefon durch Graham Bell oder 1893 das erste Auto von Karl Benz !
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Was nun folgte, war der erste Weltkrieg in welchem später die Produktion von Whisky verboten wurde, da "das Trinken im Krieg mehr Schaden anrichtet, als alle deutschen U Boote zusammen"
[O-Ton des damaligen Schatzkanzlers]
1920 stieg aufgrund der Prohibition in Amerika die Nachfrage nach hochwertigem Whisky rasant an und die Schmuggler machten gute Geschäfte - z.Bsp. importierten die kleinen vorgelagerten Inseln St. Pierre und Miquelon im Jahre 1922 540.000 Liter Alkohol bei 6000 Einwohnern .
Im zweiten Weltkrieg schrieb Winston Churchill, man möge
:„auf keinen Fall die Gerstenmenge für Whisky reduzieren. Dieser brauche Jahre zur Reifung und ist ein unschätzbares Produkt.“
Seitdem ist der Erfolg Whisky nicht aufzuhalten -- nach 1975 wurde beschlossen, diesen nicht weiter zu verschneiden, sondern als "Single Malt" zu vermarkten.
Viele Destillerien wechselten mehrfach den Besitzer - heute gehören die meisten den großen Weltkonzernen wie Pernod Ricard, Heessy, Bacardi, Diageo, UDV oder dem japanischen Konzern Suntory.
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Soviel zu einem kurzen turbolenten Ritt durch die Whiskygeschichte.
Die Schotten haben jeher um Ihre Freiheit als auch um Ihren Whisky
gekämpft, daher sagte der berühmte schottische Dichter
Robert Burns :WHISKY AND FREEDOM GANG THEGITHER !
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Übrigens : Wenn Sie mehr Anekdoten und Hintergründe erfahren möchten, besuchen Sie doch eines unserer Tastings - hier gibt es neben tollen Tropfen auch immer eine gute Prise Hintergrundwissen.


